Urlaubsziele und Tipps für Heuschnupfengeplagte

Island

Island ist ein ideales Reiseziel für Menschen mit Heuschnupfen - Photo: Nicolas J Leclercq

Pollenflugvorhersagen studieren – regional, europa- und weltweit

Einige Tipps für Heuschnupfengeplagte, die auf Reisen gehen möchten:

  • Welche Pollen fliegen zu welcher Jahreszeit verstärkt in Europa? Eine Auswahl der wichtigsten Pollenbelastungskarten in Europa finden Sie hier. Eine Übersicht über sämtliche europäischen Belastungskarten bietet der Pollenwarndienst Österreich der Medizinischen Universität Wien.
  • Ein Team aus Münchener Wissenschaftlern hat eine interaktive Weltkarte erstellt, auf der rund 1.100 Pollenmessstationen auf allen fünf Kontinenten verzeichnet sind.

Heuschnupfen - allgemeine Tipps für Reisen

  • Überlegen Sie, welches Reiseziel Sie für Ihren Sommerurlaub wählen. Denn ein Städtetrip kann die Heuschnupfen-Symptome verstärken, wenn dort „dicke Luft“ herrscht. Aufgrund der Luftverschmutzung bildet sich Smog. Er sorgt dafür, dass die Pollen nicht in die obere Atmosphäre entweichen können. Ausserdem vermuten Forscher, dass die Pollen durch die Luftverschmutzung „aggressiver“ werden. Sie gelangen leichter in die Nase, den Rachen und die Augen und verschlimmern die Heuschnupfen-Beschwerden weiter. Vielleicht buchen Sie besser einen Urlaub am Meer oder in den Bergen. Dort ist die Pollenbelastung allgemein niedriger.
  • Falls Sie mit dem Auto verreisen: Statten Sie Ihr Fahrzeug mit einem Pollenfilter (Innenraumfilter) aus, der die Plagegeister vom Innenraum fernhält. Er reinigt die Luft, die durch die Klimaanlage oder das Gebläse in den Innenraum des Fahrzeugs gelangt. Und: Während der Fahrt halten Sie die Fenster und Türen möglichst geschlossen.
  • Manche Hotels bieten spezielle Zimmer für Allergiker, die zum Beispiel über eine Klimaanlage mit Pollenfilter verfügen. Fragen Sie vor der Buchung nach. Ansonsten halten Sie Fenster und Türen im Hotelzimmer tagsüber geschlossen und lüften nachts.

Tipps für die Auswahl Ihres Reiseziels bei Heuschnupfen

  • Wenn Sie auf Gräserpollen allergisch reagieren: Beachten Sie, dass diese am Mittelmeer früher fliegen. In Nordeuropa sind Pollen von Gräsern, Bäumen und Getreide dagegen später dran.
  • Birkenpollen sind in Skandinavien stärker vertreten, in Südwesteuropa, im südlichen Mittelmeerraum und auf den Kanaren jedoch kaum.
  • Auf Island gibt es kaum Bäume und Gräser blühen nur kurz – also ein ideales Reiseziel für Menschen mit Heuschnupfen.
  • Die Pollen von Ölbäumen und Zypressengewächsen in mediterranen Regionen sind häufige Allergieauslöser. Zypressen katapultieren sogar im Winter Pollen in die Luft. Möglich sind Kreuzreaktionen mit heimischen Ölbaumgewächsen.

Einige Beispiele für europäische Länder als Reiseziele

  • Italien: Für Menschen mit Heuschnupfen eignen sich die Westküste und die Seen im Norden Italiens besonders gut, weil die Pollenbelastung niedrig ist. Weniger empfehlenswerte Reiseziele sind die Po-Ebene und die Region um Neapel herum. Besonders viele Pollen fliegen dort in den Monaten Mai und Juni.
  • Griechenland: Auf den griechischen Inseln ist die Pollenbelastung allgemein niedriger als in Gebieten des Inlands, zum Beispiel Athen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Kreta, Korfu oder Kos.
  • Spanien: In Andalusien und zentralen Regionen in Spanien ist die Belastung durch Olivenpollen besonders hoch. In vielen Städten fliegen zudem verstärkt Platanen-Pollen. Daneben sind Gräserpollen stark vertreten, wobei die Belastung ab Mitte Juli sinkt –auch in Nordspanien und der Costa Brava. Pollenärmere Regionen in Spanien sind die Costa del Sol, Costa Almeria und Costa Daurada. Empfehlenswert bei Heuschnupfen sind zudem die Kanarischen Inseln.
  • Portugal: Gut für Pollenallergiker sind die Insel Madeira und die Algarve. Die Pollenkonzentrationen in der Luft sind allgemein dort niedrig. In der Provinz Estremadura im Nordwesten Portugals dauert die Heuschnupfensaison länger – die Gräserpollen fliegen bis in den September hinein.
  • Frankreich: An der Westküste Frankreichs ist die Pollenbelastung allgemein niedrig. Anders im französischen Inland – dort gibt es eine üppige Vegetation, die eine Vielzahl verschiedenster Pollenarten in die Luft katapultiert. In Südfrankreich und an der französischen Riviera ist die Pollenbelastung oft besonders hoch. In den Regionen um Paris sind Gräserpollen stark vertreten. Auch Baumpollen können in grösseren Mengen vorkommen.